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Gräfin Vroni von Burgstein
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Gräfin Vroni von Burgstein


Biografie von Gräfin Vroni von Burgstein

Über Leben und Kunst
Die Bildfantasien der Grafin Vroni von Burgstein
Galerie „Kunst in der City, Jenny Canales – 1. Juli 2011

Leben und Kunst gehören bei ihr unmittelbar zusammen. Wenn sie ein Bild verkauft, wandert eine beachtliche Summe in einen Benefiztopf. Sie weiß, wie das Leben sich schlagartig von einem Tag zum anderen verändern kann, dass wir dankbar sein sollten dafür, wenn es  uns gut geht. Und wenn wir anderen, die in eine Krise geraten sind, akut helfen können: Mut zum Leben geben, so lautet eine Devise, zugleich eine Überlebensstrategie für sich selbst. Denn Gräfin Vroni von Burgstein, aus Thüringen stammend, in der Südeifel heute lebend, hat selbst Schicksalsschläge hinnehmen müssen. Aber sie hat sich aufgerappelt. Immer wieder. Und die Kunst half ihr, vorwärts zu blicken, die schwierige Situation zu meistern. Kunst als Therapie – ja, für einen Teil ihrer Biographie und für einen privaten Impuls für ihr künstlerisches Schaffen trifft dies zu.
„Leben und leben lassen“ stellt sie als Motto über ihre hiesige Präsentation bei Jenny Canales, dieser unermüdlichen Kämpferin und in gewisser Weise auch Pionier für die freie Kultur. Die malende Gräfin lernte die Gelsenkirchener Galeristin über das Internet kennen. „Leben und leben lassen“ bezieht sich sowohl auf den künstlerischen Anspruch und die eigene ästhetische Position wie auch auf die soziale und caritative Komponente. Die Adlige, die sich im bürgerlichen Umfeld sehr heimisch fühlt und längst alles herausgehobene „Gräfliche“ abgelegt hat, stellt sich einer Aufgabe: mit und durch Kunst ganz praktisch anderen eine Perspektive aufzuzeigen, Kunst therapeutisch einzusetzen, eine Brücke zu schlagen zwischen einer illusionierenden Malerei und einer humanen Selbstbeauftragung. Sie will mit ihren Bildern Freude verteilen und, wenn sie verkauft, mit ihnen Schmerzen, Elend, Not zu mildern. Hört sie von einem „Fall“, der sie bewegt und animiert, helfend aktiv zu werden, dann kümmert sie sich – beispielsweise um einen kranken alten Herrn, der allein das Tagespensum nicht mehr bewältigen kann; oder um eine Familie, bei der die Mutter in den Tod sprang. Sie nennt im Gespräch etliche dieser Beispiele, in denen Menschen dringend psychische und physische Hilfe brauchen. Gräfin Vroni Wenzke von Burgstein, so der volle Name, gliedert die Außenseiter, die Hilflosen, die Vergessenen, die an den Rand Gedrängten oder Entwurzelten wieder in die Gesellschaft ein, zumindest zeitweise.
Sie fragt dabei nicht nach Schuld oder eigener Verantwortung. Sie will nicht erst in eine theoretische, grundsätzliche Diskussion über Optionen der Hilfsmaßnahmen einsteigen und deren Problematik abklopfen. Es geht bei ihr ganz einfach und schlicht zu: Was ihr Herz berührt, das führt zum konkreten privaten Engagement. Sie schreitet schnell, oft sogar spontan zur Tat, punktum.
Und die Malerei hilft ihr dabei, die aufkommende Tragik einer Situation eines bis dato Unbekannten zu meistern, ihr dadurch ein Ventil für beide Seiten zu schaffen, sich selbst klar zu machen, was Hilfe und Nächstenliebe bedeuten. Sie malt, um sich zu beruhigen. Sie malt, um anderen zu befrieden. Sie malt, um Alternativen zur Existenz zu formulieren. Sie malt, um eine Lage zu analysieren. Sie malt, um für sich und den anderen eine Basis zu schaffen. Sie malt, um jemanden durch Kunst zu bereichern. Sie malt, um das Leid anderer nicht zu verdrängen. Sie malt, um der Trivialität des Alltags auszuweichen und das persönliche Empfinden zu kanalisieren. Sie malt, um Bewusstsein zu bilden. Sie malt, um sich als Mensch einem anderen zu öffnen und dadurch eine Verständigungsbrücke zu installieren. Sie malt, weil es ihre vom Geschichtssinn geprägte Humanitas definiert. Das ist jedes Mal neu und bedeutet Anspruch und Niveau.
Begonnen hat das innere Interesse an der Bildnerei schon im Kindesalter. Als die Rembrandts „Mann mit dem Goldhelm“ sah, war es um sie geschehen. Fortan wollte sie sich künstlerisch artikulieren – und sie wollte besser sein als ihr Onkel, der ebenfalls malte und ihr erstes Vorbild war. Sie widmete sich der Porzellanmalerei, bis ihr die Lust an der Massenproduktionund an der ständigen Wiederholung von Figuren-Modulen  verging. Sie suchte nach neuen Herausforderungen, beschäftigte sich mit Keramik, Grafik, um dann doch wieder bei den verschiedenen Techniken der Farben und des Motivs im gemalten Bild zu landen. „Das ist mein ureigenes Talent,“ sagte sie im Gespräch vor ein paar Tagen hier in der Gelsenkirchener Galerie, von deren Plattform für ganz unterschiedliche Kunstkonzepte sie angetan ist. „Hier wird keine arrogante oder elitäre Kunstposition gepredigt.“ Und doch, das gibt sie schnell zu und übernimmt diese Aussage als Maßstab ihrer eigenen Arbeit, herrsche Konkurrenzdruck und Wettbewerbsbedingung. Das sei ein guter Weg für Gegenwart und Zukunft von „Kunst in der City“.
Die Acrylmalerei wurde ihr zur Bestimmung. Das trifft auf ihr Schaffen seit rund sechs Jahren zu. Das bestätigt sie auch bei dieser Auswahl mit Arbeiten aus den vergangenen fünf Jahren. Halbakt mit femininer Symbolsprache, der Natur nachempfundene Urwaldlandschaft, die Fachwerkidylle beim berühmten zentralen Dreieckshaus des Moselstädtchens Bernkastel-Kues, eine launige Schifffahrt bei Cochem, das zerklüftete Alpenpanorama rund um das Matterhorn und einer raffinierten Wasserspiegelung bei Zermatt, ein auf einem See landender Schwan, ein massiv ausgebreitetes Stillleben mit Krug, Schinken, Wurst und anderen typischen Genre-Zutaten, der charismatische Papst mit „himmlischen“ Friedenstauben, groß gewürdigte, expressionistische Darstellung von Papageien als Botschafter anderer Kontinente, Licht-Schatten-Stimmungen, Amor mit Frau als Hommage an die zwischenmenschliche und mythische Zuneigung, Zitate von altmeisterlicher Architektur, farblich aufgefächerte Valeurs, stimmungsvolle Impressionen – ausgebreitet und festgehalten in diesem Stil-Pluralismus, für den sie einen Begriff immer wieder anwendet: die Illusionsmalerei – also keine realistische oder gar naturalistische Gegenständlichkeit, sondern eine in die eigene und in fremde Fantasiewelten führende Malerei mit innerem und äußerem Bezug. Sie bedeutet einen Zugang zur eigenen seelischen Befindlichkeit. Wer will, kann in diesen Ent-Äußerungen dieser Malerin das individuelle Ego andeutungsweise erkennen und fragend bestimmen.
In einem aus dem Rahmen fallenden Bild begegnet sie uns als Ironie-Ikone: wenn sie als romantische Sissi zusammen mit ihrem Bruder Karl Joerg als Kaiser in einem bayrisch angehauchten Interieur auftritt – als historisches Zitat und zugleich als Bekenntnis zu einer bestimmten Frauenrolle, mit der sie sich (zumal im geschichtlichen Bewusstsein) identifizieren kann.
Sie hält also durchaus Überraschungen bereit. Gräfin Vroni von Burgstein nimmt diese Ausstellungseröffnung hier wieder einmal zum Anlass, anderen Menschen, die auf unsere Hilfe angewiesen sind, zuzugehen. Sie stellt ein Gemälde (im Zentrum der von ihr geschätzte Geiger und Musik-Entertainer Andre´ Rieu) für eine Versteigerung zur Verfügung. Das Geld, das durch die freundliche Auktion eingenommen wird, stellt sie der Gelsenkirchener Tafel zur Verfügung.
Aber wie gesagt: Auch bei anderen Veräußerungen ihrer Werke fließt ein Teil in caritative, soziale Einrichtungen – im Ruhrgebiet oder in ihrer Eifelheimat. Man kann nur hoffen, dass diese Großzügigkeit angenommen und dankbar beantwortet wird. Von Ihnen allen…
Als ich die Malerei fragte, welches Motiv sie bisher noch nicht in Angriff genommen habe, das sie aber möglichst bald realisieren möchte, nannte sie als „Bild im Kopf“ eine Ballerina in einer bestimmten Licht-Bühnen-Situation. Eine Tänzerin als Synonym für das Künstlerische, für das körperlose Schweben, für die Frau in ihrer Aufgabenstellung, so wie sie sie heute sieht oder in die Gesellschaft hinein stellen möchte. Man mag für sie wünschen, dass sie sich diesen „Traum über den Traum“ (vieler Frauen und Mädchen bald erfüllen möge. Die Ballerina vermittelt zwischen irdischer Theaterlust und unirdischer Erfüllung. Diese Tänzerin, so denke ich, könnte ein Selbstbildnis mit besonderer Charakterisierung werden. Das Bild einer Frau und Künstlerin, die nach den Sternen greift. Eine schöne, von Innen leuchtende Metapher für das, was uns alle von der oft lästigen Alltagsbanalität befreit.
Gräfin Vroni von Burgstein besitzt fast alle Voraussetzungen, um sich diesen intimen, privaten Traum zu erfüllen. Als Anreiz für andere. Als dankbarer Ausdruck für ein heutiges, durchaus modernes Frauenbild.
Da bleibt ebenfalls noch viel Raum für den Caritas-Gedanken, den sie als Künstlerin ganz selbstverständlich und ohne dekorative, egomanische Verklärung fast täglich auslebt und sich darin erfüllt.

Jörg Loskill,
im Juni 2011

 

 

 


 

 
 

 
Diesen Monat

Lena Bengner Müller
& Jürgen Behfeld
09.11.2013
„Bewegliche Abstraktion“ 


Literaturfrühstück
Buchvorstellung 
  Frank Bruns
Am 08.12.2013
Beginn: 10.30 Uh


Samstag : 07.12.2013
Beginn: 18.30 Uhr
"Der Schrei"- wonach wir schreien
Digitale Art-Fotografie
von Christoph Woloszyn

 

 
 
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